1.Ordentlicher Länderrat, 14.04.2007 im Weser-Stadion in Bremen
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R-01-114Resolution zu Rechtsextremismus
Antragsteller/innen:Ulrike Seemann-Katz
Gegenstand:Rechtsextremismus
Anmerkungen:

Änderungsantrag zu R-01

 

Der Absatz zur Erinnerungskultur ab Zeile 114 wird wie folgt geändert::

 

  • Nötig ist ein Gesamtkonzept der Erinnerungskultur und der aufklärenden Bildungspolitik. Von der Kita bis hin zur Erwachsenenbildung ist dabei auf die Vermittlung von demokratischer Kompetenz zu setzen. Grundlage muss ein Menschenbild sein, das von wechselseitiger Achtung und Anerkennung, Toleranz und Gleichberechtigung geprägt ist. Eine Stärkung der Erinnerungskultur wird umso wichtiger, umso weniger Zeugen aus eigener Erfahrung von den Schrecken der Konzentrationslager und des Krieges berichten können. Nötig sind die in den Gedenkstätten zum Teil schon praktizierten neuen Formen der Vermittlung, die den Erwerb geschichtlichen Wissen, emotionale Bildung und die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Opfer miteinander verbinden. Deshalb setzen wir auf länder- und generationenübergreifende Projekte der Erinnerungskultur.

Begründung:

  • Eine gemeinsame, womöglich von oben festgelegte, Erinnerungskultur können wir in einer pluralistischen Gesellschaft nicht wollen. Wir brauchen auch weiterhin die konstruktive Auseinandersetzung um die Erinnerung und keine in Stein gemeißelte Denkmalspolitik. Jede Generation muss ihren Weg der Auseinandersetzung mit der Geschichte finden. Auch weiterhin wird die Erinnerung der Nachfahren der Opfer anders aussehen als die der Nachfahren der Täter, Mittäter oder Mitläufer.
  • In den meisten Gedenkstätten werden längst neue Formen der Vermittlung praktiziert, es gibt zahlreiche kreative und sehr unterschiedliche Projekte, in denen man sich der NS-Vergangenheit nähert.
  • Der tatsächliche Nachvollzug des Schicksals der Opfer ist nicht möglich. Die Pädagogen in den Gedenkstätten sind sich da seit einigen Jahren mehrheitlich einig, dass dies ein Holzweg ist. Wir sollten uns nicht einbilden, wir könnten tatsächlich nachempfinden, wie ein KZ-Häftling sich fühlt. Wenn Pädagogen dies mit ihren Jugendlichen anstreben, die dann nachmittags wieder nach hause und auf dem Weg erst mal zu McDonalds gehen, kann das Ergebnis nur zynisch sein. Wir können nicht KZ "spielen". Es kann also immer nur um die Beschäftigung, die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Opfer und den Empfindungen gehen.

 

 

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