Klimaschutz: jetzt handeln!

Angesichts des dramatischen Klimawandels haben die Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth und Reinhard Bütikofer, zum entschiedenen Handeln aufgefordert. Die im UN-Klimareport vorausgesagte Katastrophe könne nur eingedämmt werden, wenn jeder seinen Beitrag leiste, erklärte die Grünen-Spitze.
Im Zuge des UN-Klimaberichts sei "konsequentes Handeln nötig, ohne Zeit zu verlieren", sagte Roth am Montag in Berlin, während Bütikofer im Interview auf Spiegel Online zu einer energischeren globalen Kooperation aufrief, "um die drohende Katastrophe zu verhindern".
In dem neusten Klimareport hatten die Experten der UNO ein düsteres Bild gezeichnet: Ein Hitzeschub von bis zu 6,4 °C droht, die Meere überfluten weite Teile der Küsten, Inseln verschwinden, Dürren raffen tausende Menschen dahin.
Angesichts dieser Prognosen kritisierte Roth die Bundesregierung, die blind gegenüber den Herausforderungen des Klimareports sei und zeigte sich entsetzt wie "Sein und Schein beim Klimaschutz auseinanderklaffen". Mit "sorgenvoller Mine werden Krokodilstränen vergossen", während sich die Bundesregierung gleichzeitig mit der EU-Kommission über den Emissionshandel und Grenzwerte für die Automobilindustrie streite, so die Grünen-Chefin. Diese Haltung sei gefährlich für das Klima und schädlich für die Industrie.
Von der Bundesregierung verlangte Roth, die Zeit der EU-Ratspräsidentschaft zu nutzten, um beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle einzunehmen. "Deutschland und Europa müssen beim Klimaschutz vorangehen, nur dann wird die Welt folgen", so die Grünen-Chefin.
Umdenken in allen Bereichen
"Wir stehen vor einer Herausforderung, wie sie die Menschheit noch nicht gesehen hat", deshalb sei es jetzt sei es wichtig, den Gefahren ins Auge zu blicken und entschieden zu handeln, betonte Bütikofer. "Mir kommt es auf ein Bündnis der ökologischen Erneuerer an. Wir müssen global noch viel energischer kooperieren, um die drohende Katastrophe zu verhindern", erklärte der Grünen-Politiker.
Außerdem forderte er zu einem Umdenken in allen Bereichen auf. So müsse es etwa für Autos Grenzwerte für C02-Emissionen geben. Es dürfen keine weiteren Kohlekraftwerke gebaut werden und auch in den Privathaushalten müsse mehr Energie – etwa durch bessere Wärmedämmung – gespart werden. Der Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe dürfe jetzt nicht aufgegeben werden, so Bütikofer. "Die C02-freie Wirtschaft ist keine Utopie."