Grüner Protest vor EnBW-Repräsentanz

Widerstand gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg: Mit einer Aktion vor der Hauptstadt-Repräsentanz des Energiekonzerns EnBW haben die Grünen am Freitag, 22. Dezember gegen den Antrag auf Laufzeitverlängerung von Neckarwestheim I protestiert. Für Passanten gab es passend zu Weihnachten Lebkuchenherzen mit der Botschaft: Atomkraft nein danke!
Mit einem Banner: "EnBWeg - Stromwechsel jetzt!" haben Bündnis 90/Die Grünen gegen den Wortbruch des Energiekonzerns in Berlin protestiert.
Im Atomkonsens hatten sich 2000 die großen Energieunternehmen und die rot-grüne Bundesregierung auf den Atomausstieg geeinigt.
"Wenn wir zulassen, dass Energieeffizienz nicht mehr Thema Nummer eins ist, dann haben wir verloren", erklärte der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer, vor der Berliner EnBW-Repräsentanz. "Der Antrag von EnBW verstößt gegen Geist und Buchstaben des Atomausstieggesetzes", erklärte Bütikofer und betonte, dass auch die Mehrheit der Bevölkerung den Atomausstieg befürworte. 
Mit dem Antrag auf Laufzeitverlängerung handle EnBW egoistisch und verfolge durchsichtige Interessen. "Es geht um schnöden Mammon", sagte Bütikofer.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf der Grünen-Politiker vor, die Atomindustrie zu längeren Laufzeiten zu ermutigen. Mit dieser Strategie sei sie jedoch "auf dem falschen Dampfer".
Nach dem Atomkonsens sollte Neckarwestheim I Ende 2008 vom Netz gehen. Am Donnerstag aber hat EnBW beim Bundesumweltministerium einen Antrag auf Laufzeitverlängerung des Atommeilers gestellt, der unter Experten als veraltet und störanfällig gilt.
Mit dem Banner "Stromwechsel jetzt" forderten die Grünen alle Bürgerinnen und Bürger auf, zu Ökostrom zu wechseln. Das Aktionsbündnis "Atomwechsel selber machen – Stromwechsel jetzt" der Umweltverbände hat eine Internetseite eingerichtet, auf der sich mit wenigen Klicks der persönliche Atomausstieg vollziehen lässt.