Treibhausgase nachhaltig reduzieren

Reinhard Bütikofer

Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen hat eine stärkere Einbindung der USA beim Engagement für den Klimaschutz gefordert. Insbesondere bei der Reduktion von Treibhausgasen müsse man sich bemühen, "die USA mit ins Boot zu holen" erklärte er am Dienstag in Berlin.

Anlässlich der jüngsten Warnungen des Weltbank-Ökonomen Sir Nicolas Stern vor einem Wirtschaftlichen Niedergang durch den Klimawandel, forderte Bütikofer die Bundesregierung auf, sich bei der anstehenden UN-Klimakonferenz "glaubwürdig für eine weitere Reduzierung der Treibhausgase einzusetzen".

Die von dem britischen Schatzkanzler Gordon Brown in Auftrag gegebene Studie prophezeit einen "verheerenden Klimawandel", sollte es nicht gelingen, die Treibhausemissionen weltweit nachhaltig zu verringern. Mit der Klimaveränderung sei weiterhin ein Rückgang der Konjunktur verbunden, der mit dem Ausmaß der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre vergleichbar sei, warnte Stern. Gleichzeitig riet der Ökonom zur verstärkten Nutzung von umweltfreundlichen Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie.

USA nach wie vor größter Produzent von Treibhausgasen

Ohne drastische Maßnahmen aber könnten 200 Millionen Menschen zu Flüchtlingen werden, da ihre Heimat von Überflutungen oder Trockenheit betroffen würden.

Auch der Bericht des Sekretariates der Klimarahmenkonventionen der Vereinigten Nationen (UNFCCC) warnt vor einem weiteren Anstieg der Treibhausemissionen. Zwar sei die Gesamtreduktion der Industrieländer im Zeitraum zwischen 1990 und 2033 um 3,3 Prozent gesunken, heißt es in dem Bericht. Dies sei aber hauptsächlich auf eine Reduktion der Emissionen in den mittel- und osteuropäischen Ländern zurückzuführen.

"Das beunruhigende ist, dass die mittel- und osteuropäischen Länder bisher zwar zu einem großen Teil für die Reduktion der Gesamtemissionen der Industrieländer verantwortlich waren, diese Länder als Gruppe aber zwischen 2000 und 2004 eine Zunahme der Emissionen um 4,1 Prozent zu verzeichnen haben", erklärte der Exekutivsekretätr von UNFCCC, Yvo de Boer, bei der Vorstellung des Berichts. In der Studie wurden erstmals offizielle Daten aus allen 41 Industrieländern, die der UN-Klimarahmenkonvention angehören, zusammgengefasst.

Die mit Abstand größten Verursacher von Treibhausgasen sind aber nach wie vor die Vereinigen Staaten, die dem 1997 geschlossenen Kyoto-Protokoll nicht beigetreten sind. Fast 40 Prozent aller von den Industriestaaten freigesetzten Treibhausgase fielen 2004 in den USA an.

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