Biblis A muss vom Netz!

Nach dem RWE-Antrag auf Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Biblis A haben die grüne Bundestagsfraktion und der Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer kurz entschlossen reagiert. Über hundert Personen kamen dem spontanen Aufruf nach, in Berlin gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg zu demonstrieren.
Zahlreiche Mitglieder der grünen Bundestagsfraktion und Umweltaktive waren gekommen, um unter dem Motto "Atomkraft: Nein, danke. Umschalten: Ja, bitte!" auf den Vertragsbruch von RWE aufmerksam zu machen. Der grüne Bundesvorsitzende Bütikofer und die grüne Fraktionsvorsitzende Renate Künast sprachen sich für einen Wechsel zu grünem Strom aus. "Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, auch die Mehrheit der konservativen Wähler unterstützt nach wie vor den Atomausstieg" sagte Bütikofer. Er forderte die Kunden der großen Energiekonzerne auf, den Stromanbieter zu wechseln: Von den großen Konzernen, die sämtlich auf Atomkraft setzen, weg und hin zu Ökostrom.
Atomausstieg-Aktion mit Bütikofer, Harms, Künast
Unter den Demonstranten waren neben den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Künast und Fritz Kuhn, auch der maßgeblich am Atomkonsens beteiligte ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Bärbel Höhn, die ehemalige Landesumweltministerin in NRW. Am Protest beteiligten sich zudem der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Rainer Baake – seinerzeit Staatssekretär im grün-geführten Bundesumweltministerium – und Gerd Rosenkranz, Leiter der Abteilung Politik und Öffentlichkeitsarbeit der DUH.
Die Umweltverbände hatten gestern eine Kampagne für den Stromanbieterwechsel gestartet. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen diese Kampagen intensiv. Weitere Informationen zur Kampagne unter dem Titel "Atomausstieg selber machen" und zum Wechsel des Stromlieferanten gibt es auf der Kampagnensite der Umweltverbände "atomausstieg-selbermachen.de". Beteiligt daran sind der Bund der Energieverbraucher e. V., der Bund für Umwelt und Naturschutz, der Deutsche Naturschutzring, die Deutsche Umwelthilfe e. V., Greenpeace, IPPNW e. V., NABU, Robin Wood sowie die Initiative X-tausendmal quer.
Am Dienstag hatte der Energiekonzern RWE eine Vertragsverlängerung für den ältesten in Betrieb befindlichen Atomreaktor Biblis A beantragt. Vattenfall, E.on und EnBW arbeiten an entsprechenden Anträgen für die AKWs Brunsbüttel und Neckarswestheim. Damit haben die Konzerne faktisch den vor sechs Jahren unterzeichneten Atomkonsens mit der Bundesregierung aufgekündigt.