Kampf gegen die Klimakatastrophe

02.09.2006 Regenerative Energie oder Atomkraft? Was ist der richtige Weg, um Treibhausgase zu verringern und die Erderwärmung zu stoppen? Am Zukunftskongress diskutierten darüber prominente Energie- und Umweltexperten.

Gletscher, Korallenriffe, tropische Regenwälder – wird es sie zum Ende dieses Jahrhunderts noch geben? "Eine Erderwärmung von über zwei Grad in den nächsten Jahrzehnten hätte extreme Auswirkungen auf das Leben dieser Erde", sagte Jennifer Morgan, Klimaexpertin des World Wide Fund For Nature (WWF), auf dem Plenum zum Thema "Was tun gegen den Klimawandel?". Energie einsparen, sie effizienter nutzen: So sollen CO2-Emissionen verringert werden. Darüber waren sich die Podiumsteilnehmer weitgehend einig. Umstritten war, was das in der Praxis bedeutet:

"Wir müssen die Laufzeit von Atomkraftwerken verlängern, ansonsten werden die CO2-Emissionen massiv steigen", sagte Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns EnBW. Antwort von Fritz Kuhn, Fraktionschef der Grünen im Bundestag: "Wenn ich Pest bekämpfe, will ich stattdessen nicht Cholera. Wenn ich CO2-Emissionen verringere, will ich stattdessen nicht Kernenergie". Den Umgang mit dem Klimawandel bezeichnete Kuhn als zentrale moralische, ökologische und wirtschaftliche Frage des nächsten Jahrzehnts. Von EnBW-Chef Claassen verlangte er: "Setzen Sie ihre dicken Gewinne endlich für regenerative Energie ein!"

Den Handel mit Emissionsrechten bezeichneten die Diskussionsteilnehmer als wichtigstes politisches Mittel zur Bekämpfung von Treibhausgasen. Kohleenergie soll dadurch teurer, erneuerbare Energie billiger werden. Die Bundesregierung müsse sich während Deutschlands EU- und G8-Vorsitz im kommenden Jahr dafür einsetzen, den Handel mit Emissionsrechten weltweit auszudehnen, forderte die Energie-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, "damit auch Staaten wie die USA einen Anreiz haben, CO2-Ausstöße zu reduzieren."

Die Diskussionsteilnehmer stimmten überein, dass die Forschung im Bereich der erneuerbaren Energie verstärkt und auch Länder wie China technologisch bei der effizienten Energienutzung unterstützt werden müssen.

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